Bava Metzia 131

Kapitel 131

א פטומי מילי בעלמא הוא אמר ליה רב אשי לאמימר טעמא מאי כיון דלוקח בעי לאתנויי והכא מוכר קא מתני אמרת פטומי מילי בעלמא הוא
1 Dies sind nichts weiter als leere Worte. R. Aši sprach zu Amemar: Du sagst wohl aus dem Grunde, daß es nichts weiter als leere Worte sind, weil der Käufer dies vereinbaren sollte, während es hierbei der Verkäufer versprochen hat.
ב אלא מתניתא דקתני לכשיהיו לך מעות אחזיר לך מותר דמוכר הוא דבעי לאתנויי מוכר לא אתני ולוקח קא מתני
2 Die Barajtha aber lehrt, wenn [der Käufer] sagt: sobald du Geld hast, gebe ich es dir zurück, sei es erlaubt, weil der Verkäufer esvereinbaren sollte, und nicht der Verkäufer, sondern der Käufer es vereinbart hat,
ג ואמרינן מאי שנא רישא ומאי שנא סיפא ואמר רבא סיפא דאמר ליה מדעתיה טעמא דא"ל מדעתיה הא לא א"ל מדעתיה לא אמרינן פטומי מילי בעלמא הוא
3 und auf unsere Frage, welchen Unterschied es zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze gebe, erwiderte Raba, im Schlußsatze machte [der Käufer] es von seinem Belieben abhängig. Nur weil er es von seinem Belieben abhängig macht, wenn er es aber nicht von seinem Belieben abhängig macht, sagen wir nicht, es seien nur leereWorte!?
ד א"ל נעשה כמאן דא"ל מדעתיה אתמר:
4 Dieser erwiderte: [Jene Erklärung] lautet: es ist ebenso, als würde er es von seinem Belieben abhängig gemacht haben.
ה ההוא שכיב מרע דכתב לה גיטא לדביתהו אנגיד ואתנח אמרה ליה אמאי קא מתנחת אי קיימת דידך אנא אמר רב זביד פטומי מילי בעלמא הוא
5 Einst schrieb ein Sterbender einen Scheidebrieffür seine Frau, und als sie ihn stöhnen und seufzen hörte, sprach sie zu ihm: Weshalb seufzest du, wenn du aufstehst, bin ich dein. Darauf entschied R. Zebid, daß dies nur leere Wortesind.
ו א"ל רב אחא מדפתי לרבינא ואי לאו פטומי מילי מאי בדידה קיימא למישדי תנאה בגיטא בדידיה קיימא למשדי תנאה מהו דתימא הוא גופיה אדעתא דידה קא גמיר ויהיב גיטא קא משמע לן:
6 R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Welche Bedeutung hätte dies denn, auch wenn es keine leeren Worte wären; ist denn der Scheidebrief von ihrer Bedingung abhängig, er ist ja von seiner Bedingungabhängig!? – Man könnte glauben, er selber habe bei der Übergabe des Scheidebriefes [die Gültigkeit] von ihrer Bedingung abhängig gemacht, so lehrt er uns.
ז הלוהו על שדהו: אמר רב הונא בשעת מתן מעות קנה הכל לאחר מתן מעות לא קנה אלא כנגד מעותיו ורב נחמן אמר אפילו לאחר מתן מעות קנה הכל
7 W<small>ENN JEMAND EINEM</small> [G<small>ELD</small>] <small>AUF SEIN</small> F<small>ELD BORGT.</small> R. Hona sagte: Wennbei der Übergabe des Geldes, so hat er alles geeignet, wenn aber nach Übergabe des Geldes, so hat er nur im Betrage seines Geldes geeignet. R. Naḥman aber sagte, auch wenn nach der Übergabe des Geldes, habe er alles geeignet.
ח עבד רב נחמן עובדא גבי ריש גלותא כשמעתיה קרעיה רב יהודה לשטריה אמר ליה ריש גלותא רב יהודה קרע לשטרך אמר ליה דרדקא קרעיה גברא רבה קרעיה חזא ביה טעמא וקרעיה
8 Einst traf R. Naḥman beim Exilarchen eine Entscheidung nach seiner Ansicht; da zerriß R. Jehuda den Schein. Darauf sprach der Exilarch zu ihm: R. Jehuda hat deinen Schein zerrissen! Dieser erwiderte: Hat ihn etwa ein Kind zerrissen, ein bedeutender Mann hat ihn ja zerrissen; wahrscheinlich hat er einen Grund gehabt, ihn zu zerreißen.
ט איכא דאמרי אמר ליה דרדקא קרעיה דכולי עלמא לגבי דידי בדינא דרדקי נינהו
9 Manche lesen: Dieser erwiderte: Ein Kind hat ihn zerrissen, denn in Gerichtsangelegenheiten gilt mir gegenüber jeder alsKind.
י הדר אמר רב נחמן אפילו בשעת מתן מעות לא קנה ולא כלום איתיביה רבא לרב נחמן אם אי אתה נותן לי מכאן ועד שלש שנים הרי היא שלי הרי היא שלו
10 Später sagte R. Naḥman: Auch wenn bei der Übergabe des Geldes habe er nichts geeignet. Raba wandte gegen R. Naḥman ein: Wenn du es mir von jetzt bis nach drei Jahren nicht bezahlst, gehöre es mir, so gehört es ihm!?
יא אמר ליה אני אומר אסמכתא קניא ומניומי אמר אסמכתא לא קניא
11 Dieser erwiderte: Ich war der Ansicht, die Zusagesei bindend, Minjorni aber sagt, die Zusage sei nicht bindend. –
יב ולמניומי קשיא מתני' איבעית אימא מתני' רבי יוסי היא דאמר אסמכתא קניא
12 Gegen Minjomi ist ja aus der Mišna ein Einwand zu erheben!? – Wenn du willst, sage ich: die Mišna vertritt die Ansicht R. Joses, welcher sagt, die Zusage sei bindend;